Warum unterrichte ich Yoga?
Ich beschäftige mich nicht mehr mit der Frage, warum ich Yoga unterrichte. Ich weiß, warum ich das mache. Ich suche keinen Weg mehr. Ich bin so tief damit verbunden, dass ich weiß, was ich tue, warum, und wie. Die Erfahrung hat es mich gelehrt.
Ich unterrichte mit HathaYoga den Weg zur Entfaltung. Dabei ist mir wichtig: Ich unterrichte nicht die Entfaltung.
Denn Entfaltung ist nichts, was wir machen müssen. Sie geschieht. Naturgemäß.
Wie bei einem Samen. In ihm ist bereits angelegt, was einmal daraus werden kann. Wir müssen ihm nicht beibringen, eine Blüte zu werden. Wir können nicht an der Blüte ziehen und sie dadurch schneller zum Öffnen bringen.
Was wir tun können, ist, für die richtigen Bedingungen zu sorgen.
Für guten Boden. Für Wasser. Für Licht. Für Schutz und Pflege.
Und genau darin sehe ich eine Aufgabe von Yoga: Wir kümmern uns um die Bedingungen für unsere eigene Entfaltung.
Wir lernen, uns selbst wahrzunehmen und zu pflegen. Wir lernen, Spannungen zu lösen, beweglicher zu werden und wieder Vertrauen in die eigene Körperintelligenz zu entwickeln.
Der Körper ist dafür ein wunderbares Portal.
Über die Bewegung kommen wir ins Spüren. Über den Atem erfahren wir, wie eng Körper und Geist miteinander verbunden sind. Wir erleben, was geschieht, wenn Bewegung, Atem und Aufmerksamkeit miteinander stimmig werden.
Und manchmal entsteht daraus etwas ganz Einfaches und zugleich Wesentliches: Wir fühlen uns wohler in unserem Körper. Wir werden weiter. Freier. Der Geist wird ruhiger und klarer.
Diese Klarheit brauchen wir.
Denn der Weg zur Entfaltung besteht aus vielen kleinen Schritten. Yoga kann uns helfen, diese Schritte zu erfahren, bewusst zu gehen und immer wieder zu überprüfen: Was brauche ich gerade? Was tut mir gut? Was darf sich lösen?
Die Entfaltung selbst müssen wir nicht lernen.
Wir dürfen ihr vertrauen.
Ich unterrichte den Weg dorthin – und die Pflege des Bodens, auf dem sich etwas entfalten kann.
Und irgendwann, wenn die Bedingungen stimmen, geschieht das, was geschehen will.
So wie bei einer Blüte:
Sie öffnet sich, wenn ihre Zeit gekommen ist.
Das wäre ganz wunderbar, wenn es euch so geht.
Ich freue mich auf unseren künftigen Unterricht.
Katrin
