Der kühlende Atem: Sitali Pranayama

Sitali Pranayama
Du kannst dieses Pranayama gerade jetzt im Sommer öfter üben. Die Effekte, welche entstehen, kühle Empfindungen in Mund und Rachen, sowie der Brustregion, sind angenehm und beruhigend schön.
Die Atemphasen werden durch die Technik von selbst verlängert.
Die Atemluft wird üblicherweise durch die Nase angewärmt und angefeuchtet. Hier atmest Du aber über den Mund ein. Dadurch, dass sich in dem Zungenröllchen Schleim sammelt, wird die kühle Einatemluft zusätzlich angefeuchtet. Das verhindert die Reizung und Austrocknung der Atemwege.

Und so geht Sitali:

Sitze aufrecht und atme zunächst ganz in Ruhe. Die Hände ruhen auf den Oberschenkeln oder in Chin Mudra (Daumen und Zeigefinger in einem Kreis geschlossen) Beobachte den natürlichen Fluss Deiner Atmung. Lass Dir Zeit.
Atme durch die Nase aus und baue dabei ein Zungenröllchen.
Über dieses, also den Mund, atmest Du ein.
Den gesammelten Schleim schluckst Du herunter und atmest unmittelbar aus.
Das ist eine Runde.

Erzwinge nichts. Lass jeder Atemphase ihre Zeit. Beobachte die Bewegungen in der Brust und im Bauch. Atme vollständig. Senke immer wieder die Schultern und entspanne die Schlüsselbeine.

Wiederhole das 3-5 Mal und dann mache eine Ruhepause.
Das ist ein Durchlauf.

In der Ruhepause: Beobachte die natürliche Atmung. Entstehen Atempausen von selbst? Wird die Atemamplitude geringer? Beobachte Deine Körperempfindungen und geistigen Bewegungen.

Für den Anfang übe drei Durchläufe.
Die Ruhepause gehört zu Sitali und rundet sie, so wie jedes Pranayama erst ab. Hier erschließt sich ihre Wirkung.
Es ist so, als würdest Du ein Bild betrachten und ließest die Farben auf Dich wirken.

Viel Freude mit diesem Pranayama!