Ermunterung in Adventstagen

Ermunterung in Adventstagen
 

„Denn der Raum des Geistes, dort wo er seine Flügel öffnen kann, das ist die Stille.“

In der Dunkelheit der Nacht, ist es besonders still.

Kennst du das?
Ich schlafe öfter nicht in der Nacht. Und frage mich, warum die Leute immer denken, sie müssten nachts schlafen und sich Schlaf ansammeln wie Geld und Gesundheit.
 
Die Tiefe der Dunkelheit mischt sich mit der Farbe der Stille und der Weite der Sterne.
Da ist für mich genau das:
Stille, Weite, Raum. Die Gelegenheit, mal nicht sinnvoll, besser, geschäftig zu gelten. Schlaf zu finden, damit endlich mal Ruhe ist?
All-eins-sein- oh wie se(h)-e-lig!
Mitten in diesem allein sein ist die Stille.
 
Wenn dir das mal passiert, keine Sorge, du gehst nicht verloren in dieser Stille. Da sind die Bäume, das Wasser, die Erde, andere Menschen, die wach sind. Vielleicht am anderen Ende der Welt. Du bist nicht allein.
 
Ich möchte dich in diesen Tagen ermuntern, dich von diesen hell klingenden Glöckchen der vorweihnachtlichen Glitzerwelt des guten Gelingens, nicht so sehr vereinnahmen zu lassen.
Als gäbe es nur das.
Von diesem umtriebig sein.
Ich ermuntere Dich, den Kontrast ehrlich zuzulassen.
Du kannst nichts besorgen, was es nicht bereits existiert.
Also lass das Gerenne sein. Komm zur Ruhe. Schau Dich doch mal um.
 
Was ist denn hier los?
 
Solltest du überraschend mal vereinzelt jemanden treffen (dich selbst inbegriffen), der dunkel, still allein sein möchte, kannst du ihm ebenso mit Stille begegnen. Ihm die einfach Freude am Alleinsein lassen. Versuche ihn mal nicht zu trösten, zu ermuntern oder gar schleunigst das auszureden, weil du es einfach sonst nicht aushälst.
 
Denn eine gewisse Hoffnungslosigkeit, beseelte Trauer, Enge, hilft, sich nicht mehr zu belügen. Mal alles so stehen zu lassen und den Raum nicht gleich wieder zu-zu-Müllen mit guten Absichten und Anspruchsdenken auf Dauerglück. Der Weg in Stille am Anfang unfreiwillig.
 
Stille, heilt und tröstet auf eine tiefe Weise, mehr als tausend gut gemeinte, auf Funktionalität beruhende Tips von Partnern und Freunden.
Und in die Stille gehen wir nur?…Na wenn es nicht mehr anders geht, wenn?… Wir nicht schlafen können zum Bespiel :-)) Ist doch super, endlich aufzuwachen.
Wer braucht 8 Stunden Schlaf? Gibts dafür Konten, wie auf der Bank?
Aufwachen Kollegen! Wir leben…
 
Ich behaupte, dieses Image „reich &happy-niemals allein“ ist auf Dauer wirklich gefährlich. So gefährlich wie dauerhafter Straßenlärm. Die Suche, verbunden mit der Absicht, dauerhaft glücklich zu sein, ständig auf Suche nach dem perfekten Leben, wird dich auch nur UMBRINGEN. 
 
Stell dir mal vor: Hamsterkäufe, Powershopping werden unnötig. Unnötig, tausende von Euro in die Luft ballern, um an einem vermeintlich exklusivem Ort dieser Welt, dich zu Tode zu langweilen oder auszupowern. Geschweige denn deinem Traummenschen zu begegnen und zu glauben, alles von dem aushalten zu müssen, weil du sonst allein und einsam wärst.
Das wäre doch fantastisch. Du bist doch hier. An diesem Ort. Und du bist nicht besser auf einem anderen Fleck.
Hinter allem ist Stille. Und die kann so trösten. Nach einer Weile ist sie nicht mehr fremd und bedrohlich. Es eröffnen sich Räume. Unglaublich. Nichts, was Du bisher dachtest ist da. Und du bist mitten drin.
Wir einmal getröstet wurde, der weiß wie es geht, andere zu trösten in dunklen Zeiten.
 
Mut und Hand aufs Herz. Also Kerzen auf den Tisch, die Bude verzaubert und Ruhe ist. Alles andere kommt.
Probiere mal 5 Minuten zu meditieren. Den Stillenerv zu sensibilisieren.
Habt einen guten ersten Advent.
 
Ps.: okay…Glühwein und gemeinsames Gelächter über den letzten final verpatzten Einsatz als Mr. oder Mrs. Beauty oder Bond sind auch Klasse.
 
Herzlich Eure Katrin